Interkulturelles Training USA – das Land der begrenzten Unmöglichkeiten

Interkulturelles Training USA – das Land der begrenzten Unmöglichkeiten

Zu den Vorwahlen zur Präsidentschaft in den USA fällt einem Europäer leicht ein Zitat von Asterix und Obelix ein: „Spinnen die, die Amerikaner?“ Daher ist ein interkulturelles Training USA eine sowohl notwendige, als auch eine sehr clevere Investition. Man mag sich durchaus fragen, was in diesem Land vorgeht, wie die Leute fühlen und was sie wollen. Donald Trump hat das Rennen bei den Republikanern gemacht, ein Anti-Politiker, der mit wüsten Reden gegen das Establishment wetterte und damit offenbar den Nagel auf den Kopf getroffen hatte. Als Gegenspielerin wird wahrscheinlich Hillary Clinton antreten, die „Grande Dame“ des Polit-Establishments der Demokraten. Aber ihr demokratischer Herausforderer ist noch nicht aus dem Rennen. Bernie Sanders, ein betonter Christ, der in den USA eher als links eingestuft wird.

Was wollen die eigentlich?

Offensichtlich sehnen sich die US-Amerikaner nach einem echten Wechsel einerseits. Andererseits ist es erstaunlich, dass sie den Parolen von Donald Trump Glauben schenken, zumindest sie gut finden. Ich habe nicht im Einzelnen verfolgt, gegen wen er gerade seine Tiraden aussandte. Die Moslems, dieser Tage „dankbare“ Prügelknaben auch in Europa, waren darunter. Es beschleicht mich jedoch der Verdacht, dass die US-Amerikaner sich nach einem Vertreter aus der guten alten Zeit zurücksehnen, als die USA noch unangefochten das mächtigste und reichste Land der Welt waren und Massenwohlstand herrschte. Nicht, dass Trump den Lauf der Zeit zurückdrehen könnte, aber er sagt offensichtlich das, was die Leute hören wollen. Dazu kommt der in den USA tief verwurzelte Individualismus. Trump finanziert seinen Wahlkampf aus eigener Kraft, er ist ein Vertreter des amerikanischen Traums, der mit Immobilien sein Vermögen gemacht hat, und daher auch keine allzu großen Rücksichten zu nehmen braucht. Die US-Amerikaner mögen es im Grunde ihres Herzens nicht, wenn der Staat ihnen Vorschriften macht. Deshalb hatte es Obama mit seiner Krankenversicherung „Obamacare“ ja auch so schwer und trotz zahlreicher Unfälle und Amokläufen hat sich keine Mehrheit für schärfere Waffengesetze gebildet. John Wayne lässt grüßen, der Frontierman, der den Westen den Indianern entriss ist geistig noch sehr lebendig. Aus europäischer Sicht ist das komplett unverständlich. Gerade auch aus deutscher Sicht, wo das Wohl aller ja immer wieder propagiert wird, werden die Regierungen ja auch daran gemessen werden, was sie für die breite Masse tun. Gerade in diesen Tagen ist das Thema Rente und Altersarmut ja wieder sehr prominent geworden. Wenn man bedenkt, dass bisher sämtliche Vorstöße für eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen in Deutschland ins Leere gelaufen sind, wundert man sich jedoch, dass die US-Amerikaner sich geradezu lächerliche Geschwindigkeitsbegrenzungen aufoktroyieren lassen. Hier spielen halt tief verwurzelte Werte eine Rolle. Die Deutschen wollen schnell fahren, die US-Amerikaner sich bewaffnen.

Ist Europa denn so anders?

Europa hat andere Sorgen als die USA. Die größte ist wohl derzeit die Flüchtlingskrise, die Ängste schürt. Das sieht man schon daran, dass rechte Populisten, wie sie in den Zeitungen oft betitelt werden, in fast allen Staaten dramatischen Zulauf haben. Die Europäer wollen bleiben, was sie sind und fürchten Überfremdung durch Araber und Afrikaner. Wenn man bedenkt, dass allein Deutschland an Flüchtlingen mehr als 1 % seiner Bevölkerung in einem einzigen Jahr aufgenommen hat, muss man sich nicht wundern, wenn die AfD Zulauf erhält. Das hat auch mit dem Glauben an die Verantwortlichen zu tun. Viele glauben eben Frau Merkel nicht mehr, wenn sie propagiert „Wir schaffen das“. Da kann man noch so sehr auf unsere Verfassung pochen und an die Menschlichkeit appellieren. Die Ängste und Probleme, ob echt oder gefühlt, kommen letztlich durch. Und das betrifft genauso andere Staaten, die als Hort der Liberalität gelten, wie Frankreich, Großbritannien, die Niederlande oder Schweden. Man kann den Eindruck gewinnen, dass sowohl diesseits wie jenseits des großen Teiches der Ruf nach einer Veränderung immer lauter und deutlicher wird und die Lautstärke der „political correctness“ mehr und mehr übertönt.

Vereint im Kampf gegen den Terrorismus

Donald Trump hat nicht umsonst die Moslems aufs Korn genommen. Auch in Deutschland hat das rechte Spektrum ja die Debatte um Deutschland und den Islam wieder angefacht. Alle westlichen Nationen sind sich im Kampf gegen den Terrorismus einig. Und dies ist auch ein Kampf gegen radikale Moslems, allen voran der „Islamische Staat“ und Al-Kaida. Kommt es zu Anschlägen oder gar Kriegen, sind in den letzten Jahren meist Moslems darin verwickelt. Da mag die Mehrheit der Moslems friedlich sein und den Terror ablehnen, die Schlagzeilen erhalten diejenigen, die Bomben zünden und Raketen schießen. Schließlich waren ja auch die USA davon betroffen. Quasi kann man gar mutmaßen, dass die Anschläge vom 11. September der Auslöser für die folgenden Konflikte waren. Die USA haben zurück geschlagen, was verständlich ist, damit aber auch dazu beigetragen das Monster zu erschaffen, gegen das jetzt Luftangriffe geflogen wird. Die unterschiedliche Position der US-Amerikaner und Europäer wird auch durch die unterschiedlichen Positionen im Irak-Krieg deutlich. Aber – mitgefangen, mitgehangen. Natürlich sind die USA der wichtigste Verbündete der Deutschen und beide Nationen sind gezwungen sich zusammenzuraufen. Die Deutschen vielleicht ein wenig mehr, als die US-Amerikaner, wie man auch durch die Handhabung der Abhöraffaire der Telefone der Regierungsmitglieder schlussfolgern könnte.

Unterschiedliche Wertesysteme – Be prepared

An diesen Beispielen wird deutlich, dass trotz der engen Kooperation der beiden Nationen sehr unterschiedliche Wertesysteme vorherrschen. Dies gilt natürlich auch in der Wirtschaft, wo die Vorgehensweisen zum Teil sehr stark differieren. Daher ist ein interkulturelles Training USA eine sowohl notwendige, als auch eine sehr clevere Investition, wenn man mit US-Amerikanern zu tun hat. Sei es im Land selbst, sei es virtuell. „Be prepared“ – der Wahlspruch der Pfadfinder hat gerade auch hier eine essentielle Bedeutung. Folgen Sie diesem Ruf zum Wohle Ihres Unternehmens und auch Ihrer eigenen Performance.

By | 2017-01-07T14:21:24+00:00 12. 05. 2016|Interkulturelles Training USA|

About the Author:

Rainer Beekes ist interkultureller Experte aus der wirtschaftlichen Praxis. Während seiner Unternehmenslaufbahn war er über 25 Jahre für multinationale Konzerne wie z.B. Volkswagen Financial Services, American Express, GMAC oder Société Générale in 5 Ländern in Linien- und Führungspositionen tätig. Der studierte Betriebswirt und Master of International Management (MIM) leitet Global Cultures – Akademie für interkulturelles Management, für die über 200 Experten zu 112 Ländern und Regionen weltweit tätig sind. | Linkedin | Xing | Google+ | Twitter | youtube | RSS |
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